10 Antworten zum Thema "Loge"


1. Was ist eine Loge?

Unter Loge verstehen viele einen separaten Zuschauerraum im Theater, andere einen Versammlungsraum oder eine örtliche Vereinigung. Für uns ist die Loge ein Ort der Begegnung, der Freundschaft, der Hilfsbereitschaft.

2. Was bedeutet Druidenorden?

Die Walhalla-Loge ist Teil des „Vereinigten Alten Ordens der Druiden“ (VAOD e.V.), der 1781 in London gegründet wurde. Die Ziele dieser Vereinigung waren die gegenseitige Hilfe, Unterstützung der Witwen und Waisen, Weiterbildung und Geselligkeit unter dem Dach von Humanität, Solidarität, Brüderlichkeit und Toleranz. Diese Ziele gelten noch heute.

Über Nordamerika erreichte der Druidenorden schließlich Deutschland, wo 1872 in Berlin die erste deutsche Druidenloge entstand. Unsere Walhalla-Loge wurde am 20. April 1873 in Bremerhaven gegründet. Heute gibt es – verteilt über ganz Deutschland - insgesamt 62 Druidenlogen.

Durch die internationale Verbreitung des Druidenordens dienen Logen zugleich der Völkerverständigung. Deutsche Druidenlogen stehen in Verbindung mit Logen in England, in den USA, in Kanada, Dänemark, Norwegen, Schweden, Australien, Neuseeland und der Schweiz. Auf diese Weise entstand die Internationale Groß-Loge „International Grand Lodge of Druidism“, (IGLD).

3. Warum heißt unsere Vereinigung Druidenorden?

Der Name Druide stammt aus dem Keltischen und bedeutet laut MERIAN „der Weiterblickende“.

„Es gab in alter Zeit Männer, die es verstanden, das Volk ihrer Zeit zu belehren und nützliche und schöne Dinge einzuführen. Es waren dies die Druiden. Mein Vorschlag geht deshalb dahin, dass wir den Namen dieser gelehrten Männer annehmen“.

Aus diesen Worten des britischen Ordensgründers Henry Hurle ergibt sich, dass der Druiden-Orden zu keiner Zeit etwas mit der Religion oder dem Brauchtum der Kelten zu tun hatte. Die damalige Begeisterung für die Kelten ging zurück auf das Buch „Die Gesänge des Ossian“ des schottischen Dichters James Macpherson (1736 – 1796). Dieses Werk hatte eine große Wirkung auf die abendländische Kultur, u. a. auf Klopstock, Goethe und Herder.

4. Sind Logen Geheimbünde?

Die zum Druiden-Orden gehörenden Logen sind keine geheimen Gesellschaften. In vielen Veröffentlichungen ist über den Druiden-Orden und sein Wirken geschrieben worden. Wer bei uns okkulte Handlungen oder geheime Bräuche erwartet, wird enttäuscht sein, denn es gibt sie nicht. Verschwiegenheit und Vertraulichkeit unter

Freunden gelten uns allerdings auch heute noch viel, was von manchem als Geheimnistuerei missverstanden werden mag. Durch eine breitere Öffentlichkeits­arbeit wollen wir dazu beitragen, dass Vorurteile gegenüber Logen abgebaut werden.

5. Wie arbeitet unsere Loge?

Wir sind keine Weltverbesserer und keine Eiferer. Unsere Maximen sind: Hilfsbereitschaft, Wohltätigkeit, Humanität, Toleranz, Geselligkeit und Freundschaft. Wir wollen uns aufgeschlossen halten für die Fragen unserer Zeit und sind bestrebt, unser Wissen zu erweitern und zu vertiefen. In Gesprächen, Vorträgen und Diskussionen bemühen wir uns um Klarheit, um eigene Positionen überdenken und andere besser verstehen zu können. Logen sind demokratische Vereinigungen. Im Sinne des Vereinsrechts sind sie Vereine. Unsere Statuten, das Ordensgesetz und die Ordensregeln, sind für jedermann einsehbar. Der Logenvorstand wird jeweils für zwei Jahre gewählt. Alle Mitglieder sind gleich, unabhängig von ihrem gesellschaftlichen Status. Der Vorsitzende versteht sich als Erster unter Gleichen. Die Loge kennt 7 Grade. Die meisten Mitglieder gehören dem 3. Grad an. Dieser wird im Allgemeinen nach etwa zweijähriger Logenzugehörigkeit erreicht. Der 4., 5. und 6. Grad sind Auszeichnungen, die verliehen werden. Jedes Mitglied kann nach Erreichen des 3. Grades der Internationalen Großloge (IGLD) beitreten und somit dazu beitragen, den Gedanken­austausch über Grenzen hinweg zu vertiefen.

6. Welche Bedeutung hat für uns die Tradition?

Wir erleben heute auf vielen Gebieten einen Werte- und Bedeutungswandel. Auch in unserer Loge hat sich in den vergangenen Jahrzehnten manches geändert. Dennoch vertreten wir die Ansicht, dass es Dinge gibt, die zeitlos sind. Auch im Ablauf unserer Logensitzungen gibt es Traditionen, die sich bewährt haben und an denen wir fest­halten. Früher stand die Hilfe untereinander, die Fürsorge um die Witwen und Waisen, Alten und Schwachen im Mittelpunkt der Logenarbeit. Heute, wo soziales Engagement weitgehend Sache des Staates ist und es vielen Menschen immer schwerer fällt, aufeinander zuzugehen, sehen wir unsere Loge als Stätte der Begegnung. Hier findet man Gesprächspartner und Zuhörer, auch bei persönlichen Sorgen und Nöten. Und wir helfen im Rahmen unserer Möglichkeiten dort, wo sich kein anderer zuständig fühlt.

7. Sind Männerbünde heute noch aktuell?

Wir bejahen die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Wenn wir trotzdem bis heute nur Männer aufnehmen, so hat das nichts mit Frauenfeindlichkeit oder männlicher Überheblichkeit zu tun. Alles, was wir in der Loge machen, können Frauen selbstverständlich auch tun. Deshalb gibt es in der internationalen Bewegung auch Frauenlogen, so auch in Deutschland. Männer- wie Frauenlogen können sich allerdings aus praktischen und gesellschaftlichen Erwägungen gemischte Logen nur schwer vorstellen. Freundschaften zwischen Männern und Frauen innerhalb von sozialen Gruppen führen erfahrungsgemäß immer wieder zu Spannungen in den Familien der Mitglieder.

8. Wie wird man Mitglied der Walhalla-Loge?

Die Walhalla-Loge erweitert ihren Mitgliederkreis und bietet interessierten Herren aller Alters- und Berufsgruppen (ab dem 25. Lebensjahr) die Möglichkeit, sich unserem Kreis anzuschließen. Eine Begrenzung der Mitgliederzahl auf ca. 50 hat nichts mit elitärem Denken zu tun, sondern mit dem Prinzip, möglichst alle Mitglieder an der Logenarbeit beteiligen zu können.

Für die Mitgliedschaft sind uns Persönlichkeit und Bereitschaft zu aktiver Mitarbeit wichtiger als der soziale Status. Loge ist keine vorübergehende Betätigung, in eine Loge wächst man hinein. Dennoch ist die Mitgliedschaft jederzeit kündbar. Bewährt hat sich, dass die Interessenten für eine gewisse Zeit unsere offenen Logenabende und unsere Nachlogen besuchen. Hierbei lernt man sich kennen und erhält einen Eindruck von dem, was wir unter Loge verstehen.

9. Was erwartet die Loge von ihren Mitgliedern?

Logen sind keine Dienstleistungsunternehmen zur Unterhaltung ihrer Mitglieder. Wir erwarten nicht nur Präsenz an unseren Logenabenden, sondern auch tätige Mitarbeit. Die Logenaktivitäten werden nicht vom Orden bestimmt und nicht von außen an uns herangetragen, sondern aus dem Kreis der Mitglieder entwickelt. Hier sind Phantasie und Kreativität gefragt und jeder kann sich entsprechend seiner Fähigkeit einbringen.

Für die Mitarbeit bieten sich vielfältige Möglichkeiten, z.B. die Mitgestaltung der Logenabende, das Halten von Vorträgen, Mitarbeit in den verschiedenen Ausschüssen und irgendwann auch einmal im Vorstand, Mithilfe bei karitativen Maßnahmen und geselligen Vorhaben sowie der Besuch befreundeter Logen. Nur eine aktive Loge ist eine lebendige Loge.

10. Wie teuer ist Loge?

Beim Eintritt wird eine Aufnahmegebühr von 50,- Euro erhoben. Der Monatsbeitrag beträgt z. Zt. 33,- Euro. Ein Teil des Geldes wird für karitative Zwecke ausgegeben. Darüber hinaus ist niemand zu Spenden verpflichtet. Persönliches Engagement ist uns wichtiger.