Fragen und Antworten zum Deutschen Druiden-Orden


Warum nennen Sie sich Druiden?

 Der Name symbolisiert die Verbindung von Ethik, Wissenschaft, Naturverbundenheit und Weisheit. Die Ziele des Druidenordens wurzeln in einer allen Zivilisationen und Glaubensrichtungen gemeinsamen Ethik. Er will einen Weg bieten, sich mit diesen Grundwerten auseinander zu setzen.

Der Orden wurde 1781 im Geiste der Aufklärung gegründet und ist auch heute deren Idealen verpflichtet: Freiheit des Denkens, Humanität, Toleranz und Schutz der Menschenrechte. Er tritt für Brüderlichkeit, Wohltätigkeit, Gerechtigkeit und ein friedliches Zusammenleben der Menschen ein.

In den Druiden, der geistigen Führungsschicht der Kelten, sahen die Ordensgründer Wissenschaft, Kunst, Weisheit und Naturverbundenheit verkörpert. Zu einer Zeit, die von großen gesellschaftlichen Umwälzungen, romantischer Liebe zur Natur und einer neuen Sichtweise auf die eigene Geschichte geprägt war, erschien ihnen dieser Name als Symbol für persönliche Integrität und das Bestreben, Wissen und Weisheit zu erlangen.

Auf diese Vorbildfunktion beziehen wir uns auch heute noch. Die zugrunde liegende Geisteshaltung der Aufklärung hat nichts von ihrer Aktualität eingebüßt und erfährt neue Aufmerksamkeit.

Kann man bei Ihnen etwas über die alten Druiden und die Kelten erfahren?

Ja, gelegentlich.

Einer unserer Leitsprüche lautet: „Mehre dein Wissen“. Bei unseren Treffen steht regelmäßig ein Kurzvortrag auf dem Programm, den einer der Brüder über ein Thema aus Wissenschaft, Kunst, Technik, Geschichte, Philosophie oder vielleicht über sein Hobby hält. Es kann also durchaus passieren, dass auch etwas über die Kelten dabei ist.

Wer Genaueres über die Kelten oder die historischen Druiden wissen möchte, dem empfehlen wir ein gutes Sachbuch, z. B. das Werk von Le Roux und Guyonvarc’h:

„Die Druiden - Mythos, Magie und Wirklichkeit der Kelten.“

Es hat den Förderpreis des französischen Kulturministeriums erhalten.

Ebenfalls empfehlenswert ist ein Besuch der Ausstellung "Die Welt der Kelten" in Stuttgart.

Welche Bedeutung haben die alten Druiden, Stonehenge usw. für Sie?

Sie dienten bei der Ordensgründung als Namensgeber.

Die Druiden waren Priester, Richter, Heil- und Sternkundige und gaben dieses Wissen als Lehrer weiter. Sie verkörperten für die Gründer des Ordens Ethik, Wissenschaft, Naturverbundenheit und Weisheit.

Auf diese ideelle Vorbildfunktion beziehen wir uns auch heute noch. Mit den Gebräuchen und Handlungen der keltischen Druiden, wie sie in den historischen Quellen beschrieben werden, haben wir nichts zu tun.

Auch die vermeintlich „magischen“ Orte wie z.B. Stonehenge haben in unserer Gemeinschaft keine Bedeutung.

Im Internet findet man noch andere Druiden. In welchem Zusammenhang stehen Sie mit diesen?

Wir können nur für die Logen des Deutschen Druiden-Ordens VAOD e. V. sprechen.

Das Internet ist bekanntlich ein bunter Marktplatz, und es gibt nichts, was dort nicht angeboten würde, und keine Meinung, die dort nicht vertreten wäre.

Die Bezeichnung ‚Druide’ ist auch nicht geschützt. Verlassen Sie sich also besser nicht allzu sehr auf Informationen aus dem Internet.

Sind Sie eine Geheimgesellschaft?

Nur im Brockhaus von 1895.
Im gesellschaftlichen Leben des 18. Jahrhunderts, als unser Orden gegründet wurde, gewann das Bürgertum gegenüber der kulturellen und politischen Dominanz der Fürstenhöfe deutlich an Selbstbewusstsein.

Die Aufklärung forderte eine Erziehung zu naturgemäßer, nicht von Autoritäten, sondern von Vernunft (und auch Gefühl) bestimmter sittlicher Lebensweise. Staats- und Rechtslehre erhielten neue Grundlagen: An die Stelle göttlicher Legitimation des Monarchen trat der Gesellschaftsvertrag, der auf das Naturrecht gegründet war. Dem Machtanspruch des Staates wurden unverzichtbare und immer gültige Menschenrechte gegenübergestellt. Die Verfassungslehre betonte besonders die Rechte des Einzelnen und die sich aus ihnen ergebenden Grenzen der Staatsgewalt.

Da sich die Unterschiede zwischen dieser neuen Theorie und der Praxis des Obrigkeitsstaats im 18. und 19. Jahrhundert oft schmerzlich bemerkbar machten, mussten viele freiheitliche Vereine sich davor schützen, ausspioniert oder gar politisch verfolgt zu werden.

So entstanden gewissermaßen aus Notwehr eine ganze Reihe Geheimgesellschaften, die starken Einfluss gewannen. Nur Menschen, denen man persönlich vertraute, wurden zugelassen.
Etwas davon hat sich bis heute gehalten. Je wechselhafter die Zeiten sind, desto wichtiger ist es, jemandem vertrauen zu können. Offenheit, freie Meinungsäußerung, Respekt und Großzügigkeit gegenüber Anderen können am besten in der Gesellschaft vertrauter Menschen gedeihen. Wenn Sie das mit ‚Geheimloge’ meinen - dann soll es uns recht sein.

Was sind die Ziele Ihres Ordens?

Um es mit Kant zu sagen: Wir wollen dazu beitragen, dem Menschen zum „Ausgang aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit“ zu verhelfen.
 
Die Ziele des Druidenordens entspringen einer allen Zivilisationen und Glaubensrichtungen gemeinsamen Ethik. Wir wollen einen Weg bieten, sich mit diesen Grundwerten auseinander zu setzen.

Die Logen des Deutschen Druiden-Ordens fordern ihre Mitglieder zur Selbsterkenntnis, Brüderlichkeit, Wohltätigkeit, Gerechtigkeit und Sittlichkeit auf. Ihr Ideal ist ein freies, menschenwürdiges und glückliches Daseins in einer freiheitlichen Gesellschaft.

Dazu gehören das Eintreten für die Menschenrechte und für das Recht des Einzelnen gegenüber dem Staat, weltanschauliche Toleranz und die Ablehnung jeder Art von absolutem Wahrheitsanspruch.

Wie ist der Druiden-Orden organisiert?

Demokratisch.

In jeder Loge werden die Vorsitzenden und Funktionsträger von allen Druiden in gleichen und geheimen Wahlen für eine bestimmte Amtsperiode gewählt. Die Logen sind normalerweise als eingetragene Vereine organisiert.

Als größere regionale Einheiten gibt es die Großlogen, deren Repräsentanten von den Logen gewählt werden. Oberstes Organ des Deutschen Druiden-Ordens ist der Ordenstag. Er wählt das Präsidium, das auf nationaler Ebene übergeordnete Aufgaben übernimmt.

Die International Grand Lodge of Druidism (IGLD) schließlich umfasst alle Länder, in denen unsere Druidenlogen vertreten sind: Deutschland, Schweiz‚ England‚ Norwe-gen, Schweden, Dänemark, Amerika, Australien und Neuseeland. Sie wurde 1908 in München gegründet. Eine engere Zusammenarbeit des DDO hat sich vor allem mit der Schweiz und mit den skandinavischen Ländern entwickelt.